Fassen wir unsere jüngsten statistischen Beobachtungen zur Corona-Krise zusammen, so ergibt sich folgendes Bild:

  • Im 1. Quartal 2022 lag das BIP real um +3,8% über dem Vorjahr (1.2), der Export um +1,8% und der private Konsum um +4,6% (1.3).
  • Bei der Erholung der realen Brutto-Wertschöpfung von +3,4% entfielen -0,34% auf das produzierende Gewerbe (1.4). Der Umsatz des Kraftfahrzeughandels bleibt auf hohem Niveau (2.1a). 
  • Der nominale BIP-Beitrag der deutschen Exporte stieg im 1. Quartal 2022 im Vorjahresvergleich um +6,8%, der Beitrag der Importe um +10,4% (7.1, 7.3). 
  • Der Auftragseingang und der Produktionsindex der Industrie hatten ihren Tiefpunkt im April 2020. Im November 2021 hatten sie das Niveau vom Jahresanfang übertroffen (2.2a). Die Konjunkturindikatoren der EWU zeigten seit Mitte 2021 abwärts (2.4).  Und die Geschäftserwartungen von ifo sind seit Mai 2022 auf einen Tiefpunkt gesunken (2.3).
  • Die Kreditversorgung der deutschen Unternehmungen blieb bisher von der Krise unberührt (3.5). Auch das stramme Geldmengen-Wachstum Deutschlands bzw. der EWU ist nicht beeinträchtigt worden (3.11a). Während die FED ihr Geldangebot rigoros verbilligt hat (3.12), hat die EZB zur Stärkung des Geldangebots der Banken ein neues Pandemie-Notfallankaufprogramm aufgelegt. 
  • Im 1. Quartal 2022 lag der BIP-Anteil des Verfügbare Einkommen der Privaten Haushalte um +2,8% über dem Vorjahreswert, der Anteil des privaten Konsums um +4,6% über und der Anteil der privaten Ersparnis um -4,1% unter dem Vorjahreswert (4.2a). 
  • Im 1 Quartal 2022 betrug die gesamtwirtschaftliche Sparquote wieder 8,6% des BIP, während die Quote der privaten Ersparnis noch bei 11,5% des verfügbaren Einkommens lag (6.6). Diese Kaufzurückhaltung der privaten Haushalte ist eine wichtige Erscheinung der Corona-Krise. Sie schwächt die wirtschaftliche Entwicklung spürbar.
  • Der Beitrag der privaten Investitionen ohne Wohnungsbau zum BIP sank im 4. Quartal gegenüber dem Vorjahr preisbereinigt um -1,9% (6.3).
  • Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Arbeitnehmer im 41. Quartal um +1,2% gestiegen, die Zahl der Arbeitnehmerstunden dagegen um +3,5%  (9.4, 9.4d). 
  • Angesichts einer Zahl von über 47 Millionen Erwerbspersonen lag die Zahl der Arbeitslosen im Vorjahresvergleich um 734 Tausend niedriger (März 2022). Die Zahl der Kurzarbeiter, vor der Krise nur 50 Tausend, betrug im März 2022 nur noch 553 Tausend, nach einem Maximum von 6 Millionen im April 2020. In der Finanz-Krise, als das Kurzarbeitergeld seine erste Bewährungsprobe bestanden hat, waren es 1,4 Millionen Kurzarbeiter gewesen (9.1d). 
  • Der Anteil der Staatseinnahmen am BIP lag im 3. Quartal 2021 um +5,2% über dem Vorjahresstand, der Anteil der Staatsausgaben dagegen um +3,3%. Das gesamtstaatliche Defizit betrug 4,7% des BIP. Im 4. Quartal 2021 waren es 7,4% (5.1)
  • Nach dem Auslaufen der Corona-Krise und der plötzlichen Wiederbelebung der Weltwirtschaft begann im 4. Quartal 2020 eine stark wachsende Verteuerung der internationalen Rohölpreise. In Deutschland schlug sich dies in einer dramatischen Verteuerung der Lebenshaltungskosten nieder (3.6a). Im April 2022 lag die Inflationsrate bei 7,8%, ohne Energie 4,4% (3.6). 


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